Leseratte

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Archiv für Mai 18, 2009

Die Fabrik – Teil 4

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„Hermine, still“, zischte die Frau etwas harsch zu dem Kind auf ihrem Schoß und legte die Hand auf den Mund des Kindes. Mit angehaltenem Atem lauschte sie ob einer der Nachbarn das ungeschickte Lachen ihrer Tochter gehört hatte. Sie betete, dass es nicht so war, denn sie wusste es würde schreckliche Folgen haben. Nicht für sie aber vor allem für Hermine, ihr Herzallerliebstes. Sie war es wofür sie jeden Tag aufstand und all die Qualen dieses Lebens auf sich nahm. Jeden Tag ging sie in die Fabrik wie all die anderen und verlor dabei alles Gefühl, dann kennt sie keine Liebe, kein Vertrauen mehr. Doch jeden Tag wenn sie nach hause kommt, die Vorhänge schließt und die geheime Türe zu Hermines Versteck öffnet, erfährt sie so viel Glück, dass all die Leere des Tages vergessen ist.
Still saß das Kind nun auf dem Schoß der Mutter und spielte mit etwas das wohl eine Puppe darstellen soll. Zwei schwarze Knöpfe dienten als Augen auf einem aus altem abgewetztem Stoff geformten Kopf. Doch dass schien das Kind nicht zu stören und still spielte es mit dem einfachen Spielzeug.
Die Nacht war hereingebrochen und die Mutter brachte Hermine in ihr kleines Bett in dem dunklen Versteck. Es war kein Ort für ein Kind, doch besser als dass was ein Kind normalerweise in der Stadt erwartete. Denn die anderen Kinder waren alle in die Fabrik gebracht worden. Und dort,

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