Leseratte

Ein kleiner Blog über die große Welt der Bücher

Der verzweifelte Versuch die Liebe zu besiegen

Schmerz. So enendlich großer Schmerz. Als hätte er sein Schwert genommen und es ihr bis zum Heft in die Brust gebohrt. Immer wieder sieht sie ihn vor sich, wie er sich nicht einmal umdreht; Immer wieder hört sie die Wort in ihrem Kopf,die ihr ein ums andere mal das Herz zerreissen.

 

„Weil ich sie mehr liebe als dich“

 

Als wäre alles um sie herum nur aus Glas und jemand hätte gerade einen Hammer genommen und alles zertrümmert, fühlte sie sich. Alles schien vergebens, alles schien um sonst, nichts hatte mehr eine Sinnhaftigkeit. In ihr gab es nur mehr den Schmerz, diesen unsäglichen Schmerz.

 

 

Sie musste handeln, etwas tun, ansonsten würde sie zerbrechen, einfach vergehen. Und es gab nur einen Ausweg, nur eine Lösung, die unausweichliche. So raffte sie sich auf öffnete ihr Truhe, und begann alles zusammen zu packen, was sie finden Konnte, Doclh, Schlae, Krug, ein wenig Essen und einiges mehr. Zuletzt hob sie ein blutbeflecktes Stück Stoff heraus. Warum sie dieses hemd aufbehalten hatte? Vielleicht um irgendetwas von ihm zu besitzen, dass sie auf eigenartige Weise näher an ihn brachte. Nun mag es ihr bei ihrem Vorhaben nützlich sein, so steckte sie es zu pberst in ihren beutel, verschnürrte diesen, und warf sich ihn über die Schulter. Schnellen Schrittes ohne sich noch umzublicken eilte sie aus dem haus, und fast wäre ihr vorhaben dort schon gescheitert. Denn eben in jenem Moment bog Aliandra um die ecke und kam gerade wegs auf sie zu. Ein kurzes zögern, hadern ob es das richtige sein, doch schon hat sie sich umgedreht und lief schnellen Schrittes aus der Stadt. Aus der Stadt die nun ihe neue Heimat war, hinaus in ein Land das ihr unbekannt war, undbekannt und gefährlich. Doch das alles war unwichtig, sie musste es einfach tun.

 

 

Den ganzen Tag über irrte sie durch die Wälder, ohne auch nur einmal nzuhalten, als es langsam Abend wurde, und die Dämmerung herab sank. Hatte sie endlich einen geeigneten Platz gefunden. Eine Lichtung auf der allerlei Pflanzen wuchsen und in der Mitte einem Felsen. Genau danach hatte sie gesucht.

Die Sonne war gesunken, und am klaren Himmel blitzten die ersten Sterne, als sie begann, alles vorzubereiten. Schwer wird es sein das zu erreichen, doch muss sie es versuchen. So breitete sie die Kräuter auf, daneben eine phiole mit Quellwasser, einem kleinen Kessel, etwas Zündzeug und Holz das sie gesammelt hat, ihrem Dolch und das Hemd, auf dem sein Blut klebt. Mit geduld entzündet sie ein kleines Feuer und stellt den Kessel darüber, und bringt darin etwas Wasser zum kochen. Ernst blickt sie dabei die ganze Zeit sich wohl bewusst was sie versucht. Lange sieht man sie dort werken, Zutat um Zutat beigeben. Immer wieder die Mutter um das gelingen des Trankes anrufend. Um ihren Beistand, ihre Hilfe. Die Stunden vergehen, der Mond steht hoch am Firnament. Immer noch steigt Rauch von jener kleinen Lichtung auf, doch der Trank scheint kurz vor der Vollendung. Nur wenig fehlt noch zur Vollendung. Das Hemd, mit seinem Blut, es muss noch beigefügt werden. So nimmt sie es denn, reisst ein Stück des Stoffes heraus, das getränkt ward in seinem Blut, dunkel rot liegt das Fetzchen Stoff in ihrer Hand, langsam drehtsie sich um zum Kessel. Kalt sind ihre Augen nun, sie weiss was ihr bald bevorstehen wird. Leise spricht sie, wie zu sich selbst, doch zur ganzen Welt:

 

„ Sein Blut als Zeichen der vergessenen Liebe, Sein Blut als anstoss des Vergessens. Sein Blut um mein Leid zu Lindern. Sien Blut als zeichen der Ewigen Liebe, die vergehen muss.“

 

Nach diesen Worten taucht sie das stückchen Stoff in den brodelnden Trank. Fast Schwarz ist nun das Gebräu, und gierig, als hätte es ein eigenleben, löst es das getrocknete Blut aus dem Stoffstück.

 

Mit vorsichtig und bedacht nimmt sie nun den Dolch zur Hand, grün schimmert er im Mondenschein. Lange betrachtet sie ihn, abwartend n leicht in der Hand abwägend. Dann tritt sie herann zum Kessel streckt ihre eigene Hand darüber, und setzt den Dolch zum Schnitt über die Handfläche an. Dabei spricht sie wieder:

 

„Mein Blut als zeichen des Schmerzens, der vergehen muss. Mein Blut als zeichen der vergebenen Liebe. Mein Blut als zeichen um zu vergessen.“

 

Dann fährt sie mit der Klinge langsam über die Handfläche und Langsam Tropft ihr eigenes Blut in den Kessel. Dunkelrot färbt sich nun das Gbebräu und ein leichter Rauch steigt auf. Vorsichtig wickelte sie den Rest seines Hemdes um ihre Blutende Hand und hebt nun den Kessel vom Feuer und giesst den Trank vorsichtig in einen Kelch der schon am Findling in der Mitte der Lichtung bereit steht. Es reicht eben genau aus um den Kelch zu füllen.

 

 

 

 

Wahr es eine Stunde? Oder waren es mehrere. Langsam beginnen die Sterne am Himmel zu verblassen. Nicht mehr lange hat sie Zeit. Achtlos liegt der leere Kessel am boden. Eine ewigkeit scheint sie schon auf den gefüllten Kelch zu blicken. Jetzt oder nie. So tritt sie denn heran an den Findling. Hinein in das fahle Licht des verschwindenen Mondes. Langsam nimmt die den Kelch in ihre Hände, hebt ihn leicht an und senkt selbst leicht den Kopf.

 

„Mutter lass diesen Trank wirken, mit diesem Trank soll all das Leid und all der Schmerz vergessen sein. Denn dieser Trank, soll die Liebe erlöschen lassen, für immer in mir. Gib die Liebe denen die sie ertragen, doch fort von mir. So bitte ich dich oh Mutter, stehe mir bei.“

 

Und mit diesem fast geflüstertem, stehe mir bei, führt sie den Kelch an ihre Lippen und lässt das Dunkelrote Gebräu ihre Kehle hinabrinnen. Immer weiter legt sie den Kopf in den Nacken, der Kelch ist schon fast leer. In einem Zug leert sie ihn, und lässt diesen Dann aus ihrer erschlaffenden Hand fallen.

 

 

 

Eine Lichtung, irgendwo im Wald. In der Mitte ein großer Findling. Am Waldrand kann man die Siluette einer Frau erkennen. In lange grüne Gewänder gehüllt, leicht raschelt es wenn sie sich bewegt. Als wäre es aus tausend kleiner Blätter gefertigt. Langsam tritt sie auf die Lichtung, das Antlitz wird kurz vom fahlen Mond beschienen. Alterlos, blickt das glatte gesicht umher. Sieht auf die Asche eines schon längst ausgegangenen Feuers, blickt auf den kessel der daneben Actlos am Boden steht. Fast schwebend geht sie daran vorbei, immerzu ist diese Rascheln, Rauschen zu hören. Ein Kelch liegt am Boden, Fallengelassen, und liegengelassen. Sie steht nun fast neben dem findling, und dort vor ihr am Boden, liegt eine junge Frau, ebenso in grün Gewandet. Sie liegt dort, al hätte sie eben ihr Leben ausgehaucht. Das schwarze Haar umrahmt das zarte junge Gesicht. Die Augen geschlossen, es scheint für immer.

 

Die alterlose Frau tritt heran, beugt sich hinunter zu ihr, streicht ihr eine Strähne des langen haares aus dem Gesicht.

 

„Die Liebe vergessen wolltest du, meine Tochter? Denkst du das ich das zugelassen hätte? Ist denn nicht die Liebe ebenso ein Teil von mir? Ein Teil wie Hass, Zorn, Freude, Glück? Ich sollte dir dabei helfen eine solche frevel Tat zu tun? Und noch dazu ohne Liebe wolltest du Leben? Wo doch Liebe, das ist was dich zu dem macht was du bist, doch sieh meine Tochter, sieh was du wärest wenn du keine Liebe hättest.“

 

Sanft legt sie ihre Hand auf das bleiche Gesicht der am Boden liegenden.

 

 

 

Düsterniss, Nebel. Mit festen Schritten schreitet sie dahin. Das schwarze Haar zu einem Strengen Zopf geflochten. Bei jedem Schritt klimpert es leicht, wenn die Teile der dunklen Rüstung aneinander geraten. An der Seite ein Schwert. Das Blut des letzten Kampfes klebt noch daran. Eine Stadt, nahe. Ah Thetarion. So ist sie also wieder zu Hause. Doch, nein, sie ist nicht zu hause sie ist hier um zu kämpfen. Um jemanden zu zeigen wer hier das sagen hat. Ein Duell auf Leben und Tod soll es werden. Doch siegessicher schreitet sie voran. Die Menschen in der Nähe weichen erschrocken zurück als sie auf die Arena zu geht. Leise flüstern die Leute

 

„Da kommt sie, die schwarze Schlächterin. Mögen alle Götter mit ihm sein, auf das er ihre Schreckensherrschaft entgültig beendet.“

 

Als sie dies vernimmt, nur ein hämisches Grinsen, und kurz wendet sie den Kopf nach jenen die eben Sprachen. Es ist eine alte Frau, die ihr Enkelkind fest umschlossen hält. Ihre Augen blitzen kurz, und sie greift an das Heft ihres Schwertes.

 

„Schweig Alte, bevor dein blut dieses Pflaster tränkt.“

 

In der Arena nur wenige Menschen, sie alle tragen einen platinfarbenen Umhang, mit Drachen verziert. Auch sie weichen zurück, nur einer bleibt über, groß ist er und langsam wendet er sich um. Esteban!

 

„So ist nun die Zeit gekommen in der wir uns duelieren Esteban. So mache dich denn bereit zu sterben“

 

Sie zieht ihr Schwert ohne eine Antwort abzuwarten, nimmt das Schild fest in die Hand und ein erbitterter Kampf beginnt. Immer wieder treffen die Schwerte aufeinander. Trifft Schwert Schild, Schild die Seite des anderen, Schwert auf Rüstung und blanker Stahl bohrt sich in das Fleisch des anderen. Ebenbürtig scheinen sie sich zu sein. Ebenbürtig im Kampf, doch einen Vorteil hat sie. Sie kennt keinen Schmerz, sie kennt keine Gnade, sondern nur den Tod. Seine Kraft lässt nach, er sieht die Furcht in den Augen der anderen, zögert einen kurzen Moment, und es wird seine Verhängniss. Schwer trifft ihn der Schlag ihres Schwertes, er geht zu Boden. Sie setzte an, und…

 

 

 

 

 

NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNN!

 

Schalt ein lauter Ruf durch den Wald, die Vögel fliegen auf, dann wieder absolute Stille. Schweiss gebadet setzt sie sich auf. Blickt an sich hinunter. Offenes schwarzes Haar wallt über grüne Gewänder. Ein Traum? Aber er war wo real.. Sie blickt sich um. Sie sitzt auf einer Lichtung, mit einem großen Findling in der Mitte, nicht weit davon sitzt sie am Boden. Die Asche eines erloschenen Feuers, der Kessel und der Kelch, leer.

 

Hat er gewirkt? Sah sie eben ihre Zukunft? Was.. war geschehen. Doch da eine Stimme in ihr. Eine Stimme die ihr wohl bekannt ist, die sie auch vor diesem Schrecklichen Traum hörte.

 

„Nein, es war nicht die Zukunft meine Tochter, es war dein leben, wenn du niemals die Liebe in dir getragen hättest. Auch hatte dein trank keine Wirkung. Doch lass es dir eine Leere sein. Du kannst nicht einen Teil von dir verbannen. Lebe dein leben so wie du bist. Laufe nicht davon, stelle dich deinen Ängsten, deinen Gefühlen. Und nun kehre zurück. Als die die du bist. Narthoniel, Tochter der Natur. Liebe wird dich immer leiten.“

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