Leseratte
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Die Fabrik – letzter Teil
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Doch was sich außerhalb des Hauses abspielte, war eine ganze andere Sache. Denn die Leute wurden immer unruhiger, denn die Uhr hätte schon längst fünf schlagen sollen. Doch sie tat es nicht. Die Menschen legten ihre Werkzeuge fort, hörten auf zu arbeiten und sammelten sich auf dem großen Platz in der Fabrik. Verwirrt sahen sie einander an. Denn keine Wachen hatten sie an ihre Arbeit zurück geschickt, keine Stimme drang aus den großen Lautsprechern, die sie aufrief ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Natürlich hatten die meisten von Ihnen diese Stimme noch nie vernommen und selbst die ältesten von ihnen kannten sie nur aus den Geschichten der Alten als sie selbst noch jung waren. Auch die Wachen hatten sie selbst noch nie gesehen, aber sie wussten dass es Wachen geben muss.
Die Fabrik – Teil 7
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Während dessen wurde es unruhig in der Fabrik. Die Arbeiter merkten, dass das Tor offen stand, und doch hatte die Uhr noch keine fünfmal geschlagen. So etwas hatte es noch nie gegeben. Verwundert sahen sie sich gegenseitig an, doch keiner traute sich die Arbeit zu unterbrechen, sondern sie arbeiteten leise murmelnd weiter.
Hermine stand immer noch in dem Raum mit den vielen Lichtern und Knöpfen. Denn niemand war gekommen um sie zu holen oder zu bestrafen. Es war wieder einmal nichts passiert. Als sie sich aus ihrer Erstarrung befreit hatte, schlich sie weiter durch das Haus. Doch es war leer. Alle Möbel und der ganze Boden waren bedeckt mit einer dicken Schicht Staub.
Die Fabrik – Teil 6
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Doch jeden Tag verließ sie ihr Versteck und erkundete die Stadt. Immer weiter zog sie ihre Kreise, bis sie eines Tages vor den hohen Mauern der Fabrik stand. Erschrocken presste sie die Hände auf den Mund und lief so schnell sie konnte zurück. Zurück in die Sicherheit ihres Verstecks. Keuchend saß sie in der kleinen Kammer. Lauschen auf jedes Geräusch von draußen, doch wieder geschah nichts, Keine Sirenen heulten. Keine schweren Schritte von großen bewaffneten Männern kamen näher. Einfach nur stille lag über der Stadt. So als hätte Hermine nicht diesen Frevel begangen. Diesen und den nächsten Tag verweilte Hermine in ihrer Kammer. Sie wagte es nicht aus ihrem Gefängnis auszubrechen. Und dann geschah etwas Seltsames. Der Abend kam. Dicht lag der graue Nebel zwischen den Straßen. Dröhnend schlug die Uhr fünfmal. Die Tore der großen Fabrik öffneten sich, gefolgt von dem schlurfenden Geräusch vieler tausender Schritte.
Die Fabrik – Teil 5
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Die Tage vergingen, Jahre zogen durchs Land und die Stadt blieb gleich. Vielleicht waren die Wände noch etwas grauer, die Kleidung der Bewohner noch zerschlissener und ihre Hälse am Abend noch verdreckter, sowie die Augen noch leerer. Immer noch saß eine Person in einem dunklen Versteck, wenn die Bewohner morgens in die Fabrik schlurften. Nur war es nun kein kleines Mädchen mehr sondern eine junge Frau die dort im dunklen saß.
Als an diesem Morgen die schlurfenden Schritte der Bewohner, gefolgt vom Knirschen und Knarren des großen Tores der Fabrik verklungen waren, stand Hermine auf, öffnete die Türe ihres Versteckes vorsichtig und späte nach draußen. Nur Stille kam ihr entgegen als sie sich durch die Türe schob
Die Fabrik – Teil 4

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„Hermine, still“, zischte die Frau etwas harsch zu dem Kind auf ihrem Schoß und legte die Hand auf den Mund des Kindes. Mit angehaltenem Atem lauschte sie ob einer der Nachbarn das ungeschickte Lachen ihrer Tochter gehört hatte. Sie betete, dass es nicht so war, denn sie wusste es würde schreckliche Folgen haben. Nicht für sie aber vor allem für Hermine, ihr Herzallerliebstes. Sie war es wofür sie jeden Tag aufstand und all die Qualen dieses Lebens auf sich nahm. Jeden Tag ging sie in die Fabrik wie all die anderen und verlor dabei alles Gefühl, dann kennt sie keine Liebe, kein Vertrauen mehr. Doch jeden Tag wenn sie nach hause kommt, die Vorhänge schließt und die geheime Türe zu Hermines Versteck öffnet, erfährt sie so viel Glück, dass all die Leere des Tages vergessen ist.
Still saß das Kind nun auf dem Schoß der Mutter und spielte mit etwas das wohl eine Puppe darstellen soll. Zwei schwarze Knöpfe dienten als Augen auf einem aus altem abgewetztem Stoff geformten Kopf. Doch dass schien das Kind nicht zu stören und still spielte es mit dem einfachen Spielzeug.
Die Nacht war hereingebrochen und die Mutter brachte Hermine in ihr kleines Bett in dem dunklen Versteck. Es war kein Ort für ein Kind, doch besser als dass was ein Kind normalerweise in der Stadt erwartete. Denn die anderen Kinder waren alle in die Fabrik gebracht worden. Und dort,